
Bin ich schon reif für die Insolvenz?
Ich werde immer dann hellhörig, wenn bei Einladungen von Geschäftstreffen in Erstgesprächen nur über Wachstum, Skalierung und Erfolg geredet wird. Ich kann zwar nachvollziehen, dass sich Unternehmen nach außen hin attraktiv und etabliert geben, um bei der Kundenakquisition zu glänzen. Hand aufs Herz: Ich werde meistens erst dann mit meinem Team hinzugezogen, wenn die Werbung um Kunden nur aufgrund bereits bestehender Alarmzeichen gestartet wurde.
Alarmstufe Rot – Umsätze rückläufig, Kosten explodieren, Liquidität schmilzt wie Eis in der Sonne
Aus meiner Sicht ist das die unbequeme Wahrheit: Insolvenz ist kein persönliches Versagen – sondern ein unternehmerisches Instrument. Wer zu spät handelt, verliert Gestaltungsspielraum. Wer rechtzeitig hinschaut, kann restrukturieren, neu verhandeln, das früher vielleicht erfolgreiche Geschäftsmodell neu ausrichten.
Eigentlich lieben wir unseren Job. Wir haben es doch bisher immer geschafft, am Markt zu bestehen und Aufträge zu erhalten. Aber als Unternehmer:in müssen wir uns endlich von der Illusion verabschieden, dass Durchhalten allein reicht und bessere Zeiten, wie bisher, wieder kommen werden.
Mut zeigt sich nicht darin, unternehmerische Probleme zu verdrängen, sondern sie brutal ehrlich anzusprechen, also…
…bin ich schon reif für die Insolvenz? Vielleicht.
…bin ich reif für eine Entscheidung? Definitiv!
Vorinsolvenz-Phase – hier geht noch was!
Die rechtlichen Voraussetzungen für eine Insolvenz sind eindeutig: drohende Zahlungsunfähigkeit und/oder aufgebrauchtes oder negatives Eigenkapital.
Aber bevor diese Situation eintritt, gibt es eine kurze Phase, in der eine Insolvenz vermieden werden kann. Zum Beispiel durch zusätzliches Kapital, neue Geschäftsfelder, Anpassungen des Geschäftsmodells oder Restrukturierungsmaßnahmen in Absprache mit Mitarbeitenden. Übrigens, Ina Rathje weiß hierzu Einiges aus ihrem Tagesgeschäft zu berichten.
Ja, dass verlangt Vieles ab, aber es gehört auch zu meinem Job, für Entscheidungsspielräume zu sorgen:
- Wann ist der richtige Zeitpunkt, die Reißleine zu ziehen?
- Welche unternehmerischen Schritte sind aktuell clever?

Wie sieht´s aus – meine 10 Testfragen
Wieviele Fragen können Sie mit „Ja“ beantworten?
- Können Sie Ihre laufenden Zahlungsverpflichtungen in den nächsten 3 Monaten voraussichtlich erfüllen?
- Ist Ihr Eigenkapital aktuell noch positiv oder zumindest nicht vollständig aufgebraucht?
- Haben Sie realistische Möglichkeiten, zusätzliches Kapital kurzfristig zu beschaffen?
- Gibt es konkrete Ansätze für neue Geschäftsfelder oder Umsatzsteigerungen in den nächsten 6 Monaten?
- Können Sie Ihre Kosten durch Restrukturierungsmaßnahmen spürbar senken?
- Sind Ihre wichtigsten Gläubiger oder Lieferanten bereit, über Stundungen oder Anpassungen zu verhandeln?
- Haben Sie ein handlungsfähiges Team, das Restrukturierungsmaßnahmen umsetzen kann?
- Ist Ihr Geschäftsmodell grundsätzlich noch wettbewerbsfähig und nicht dauerhaft überholt?
- Verfügen Sie über einen belastbaren Liquiditätsplan für die nächsten 6 Monate?
- Sind Sie bereit, aktiv Veränderungen umzusetzen und externe Experten einzubeziehen?
Unterstützung bei der Endscheidungsfindung
Mehr als fünf Fragen mit „Ja“
Sie haben Chancen, eine Insolvenz zu vermeiden.
Weniger als fünf Fragen mit „Ja“
Ok, die Lage ist kritisch. Eine Prüfung ist sinnvoll, ob ein Insolvenzplan möglich ist. Hierbei kann ich helfen. Nehmen Sie Kontakt mit mir auf, um in einem kostenlosen Orientierungsgespräch mehr über mögliche Optionen zu erfahren. Dann wissen Sie definitiv mehr.

Über mich:
Jürgen Wirobski – Inhaber Unternehmensberatung Wirobski & Rathje | Performance Experten | INQA-Coach | Fokus: Unternehmensbewertung, Unternehmensnachfolge sowie Führung in KMU.
Lieber Agieren statt reagieren. Reden wir darüber!


